Hier mein kleiner Reisebericht. 
Die Idee, mit dem Twingo im Winter ans Nordkapp zu fahren, kam mir, als ich im Sommer 2022 dort war. Nach der Mitternachtssonne wollte ich die Polarnacht sehen und natürlich auch, was der Twingo so kann.
Etwas mulmig war mir schon, da dünne Reifen und RWD. Umso froher war ich, als ein Kumpel mit seinem Allrad-Tesla mitwollte. Dachte, so als Backup ganz geil. Dass der Tesla aber so ziemlich auch immer am Ende war, wo der Twingo nicht weiterkam, hätte ich von einem Allrad nie gedacht.
Normalerweise campe ich immer im Twingo, mir ist aber keine vernünftige Lösung eingefallen, ihn zu heizen, und eine Standheizung wollte ich nicht einbauen.
Also haben wir in Hotels und Airbnbs übernachtet.
Losgefahren sind wir am 27.12. aus der Nähe von Berlin über den Landweg nach Kopenhagen.
Wir haben uns abends ein bisschen die Stadt angeguckt und sind am nächsten Tag nach Stockholm weitergefahren. Was direkt aufgefallen ist im Ausland: wie wenig sich die Leute über ihr Auto definieren müssen und wie angenehm das Reisen mit einem Tempolimit ist. Der nächste Halt war in Skellefteå. Eigentlich wollten wir noch weiterfahren, aber so ein E-Auto mit den langen Ladepausen bremst doch gut aus. Außerdem hatten wir echt kein Glück mit den Ladesäulen. Entweder mussten wir warten, weil jeder Lader besetzt war, und wenn ein Platz frei wurde, hat das Auto nicht wirklich schnell geladen.
Am nächsten Tag ging es ins Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi in Finnland. War ganz cool dort, aber leider seeeehr kommerziell und überlaufen. Bis hier war die Straße gut geräumt, ab hier fuhr man aber nur noch auf einer blanken Eisfläche, die nur noch angeraut wird. Poltert gut im Auto. Bin gespannt auf den TÜV im März. 
Nach ein bisschen Gucken sind wir also weiter Richtung Nordkapp und haben in Kautokeino, Norwegen, in einem Airbnb geschlafen. Auf dem Weg dorthin bekamen wir unsere ersten und leider auch einzigen Nordlichter zu sehen.
In Kautokeino hatten wir nachts -35 Grad. Den Tesla konnten wir an einer Schuko laden. Geladen hat er aber nicht viel, da der meiste Strom fürs Heizen der Batterie draufging.
Am Morgen habe ich dann den kalten Twingo wieder gepackt und festgestellt, dass sich die Türen nicht mehr richtig schließen ließen. Doof. Sie sind immer wieder leicht aufgegangen. Durch beherzteres Schließen gingen sie dann aber auch wieder zu.
Wir sind dann zum Schnelllader gefahren und einkaufen gegangen. Den Twingo habe ich mit laufendem Motor vor dem Laden stehen lassen, nach Vorbild der Einheimischen. Gar kein blödes Gefühl gehabt, dass den jemand klauen könnte.
Angesprungen ist er übrigens tadellos.
Am Abend haben wir dann das Nordkapp erreicht und konnten direkt ohne Konvoi hochfahren. Da Silvester war und es schon ziemlich spät war, waren wir fast alleine dort oben.
Wir blieben zwei Tage in Skarsvåg. Am 1.1. wollten wir ein zweites Mal hoch, aber leider war die Straße aufgrund des Wetters gesperrt. Also haben wir uns ein bisschen Skarsvåg und Honningsvåg angeguckt.
Vor unserer Abreise am nächsten Tag konnten wir aber mit einem Konvoi doch noch mal zum Nordkapp und haben die Chance genutzt.
Unser Plan war es, noch die Lofoten zu besuchen. Wir haben uns ein Airbnb in Birtavarre gebucht und sind los. Dass wir dort erst um 5 Uhr morgens ankommen sollten … sagte keiner.
A) kommt man in Norwegen echt nicht schnell voran
B) sind wir in einen heftigen Schneesturm gekommen
Ich konnte kaum das Ende meiner Motorhaube sehen. Anhalten ging schlecht, dann wären wir stecken geblieben, und ich hatte Angst, dass uns einer hinten reinfährt. Außerdem mussten wir wieder laden. 
Also sind wir weitergeschlichen. Den Schnelllader konnten wir nicht erreichen, weil sich bereits ein anderer Tesla in den Verwehungen festgefahren hatte. Also sind wir ein Dorf zurückgefahren, um dort zu laden, und haben uns beide kurz vor dem Lader festgefahren …
Zum Glück hatte ich die Schneesocken dabei und einen Schalter, so konnte ich mich freiwippen. Hier hat der Twingo eine Fehlermeldung angezeigt.. Die Traktionskontrolle leuchtete dauerhaft und der Schraubenschlüssel. Auch ein Neustart half nicht. Funktioniert hat sie dennoch. Aaaber, nachdem er richtig eingeschlafen war, war der Fehler wieder weg.
Den Tesla haben wir freigeschaufelt und konnten die letzten 30 cm zum Kabel fahren.
Mittlerweile war es 2 Uhr nachts und wir mussten noch 60 km zum Airbnb fahren. Nach einer halben Stunde konnten wir weiter.
Da die Straßen aber sooo schlecht waren (es fuhr sich, als hätten wir für die 60 km Speedbumper unter uns), sind wir auch hier nicht schnell gefahren und somit kamen wir erst gegen 5 Uhr am Airbnb an. Und auch hier war alles verschneit – surprise. Aber Hauptsache schlafen.
Aufgrund der Ereignisse in der Nacht und des langsamen Vorankommens, gepaart mit der weiten Strecke, die wir noch vor uns gehabt hätten, haben wir uns dafür entschieden, die Lofoten auszulassen. Viel gesehen hätten wir durch die Dunkelheit eh nicht.
Also sind wir wieder Richtung E10 in Schweden gefahren und nach Hause. Der Weg bis zur E10 war holprig und kalt. Wieder bis zu -38 Grad, und durch das Schleichen mit 60 km/h musste ich echt im 3.–4. Gang fahren, damit der Motor genug Wärme produziert.
Der Tesla hat dort oben bei den Temperaturen auch nur noch gute 150 km geschafft, weshalb mir das Warten an den Säulen mittlerweile echt auf den Sack ging. Den Twingo habe ich bei den Temperaturen auch durchlaufen lassen, da der Motor sonst immer direkt ausgekühlt wäre.
In 10–15 Minuten genehmigt er sich gute 0,1 l Benzin.
Noch mal würde ich so eine Reise nicht mit einem Verbrenner und einem Elektro machen. Entweder beide Elektro oder beide Verbrenner.
Das Däumchen-Drehen und Warten auf NICHTS (für mich) war.. nervig.
Weitere Bilder habe ich in meine Dropbox gepackt. 