Poliermaschine, welche?

    • Viele kennen die Situation – die ersten Erfahrungen in der Lackpflege sind längst gemacht, unzählige Mittel wurden getestet und irgendwann kommt der Punkt, an dem die stetig steigenden Ansprüche an die Ergebnisse in Handarbeit nicht mehr bewerkstelligt werden können. Die Zeit und das Ersparte sind reif für eine ordentliche Poliermaschine!


    Doch was nehmen, Rotationsmaschine oder Exzentermaschine? Nachdem zu beiden Maschinentypen zahllose Gerüchte und Halbwahrheiten kursieren, hier die Fakten und ein erster Wegweiser für Interessierte.


    „Rotation“ und „Exzenter“ beziehen sich auf die unterschiedlichen Arbeitsprinzipien der Maschinen, die dargestellt folgendermaßen aussehen:




    Bei der Rotationsmaschine dreht sich das Pad also stupide um eine einfache Achse im Kreis. Die Rotationsmaschine wird dadurch zu einem Werkzeug, das innerhalb kurzer Zeit einen hohen Lackabtrag ermöglicht. Aus diesem Grund wird sie gerne von professionellen und erfahrenen Anwendern genutzt, da sie ein zeiteffektives Arbeiten ermöglicht. Gleichermaßen werden Maschinen mit Rotationsprinzip durch ihre hohe Abtragsleistung i.V.m. geeigneten Pad-/Politurkombinationen auch mit starken Lackdefekten fertig. Polierschwämme mit großen Durchmesser steigern die Aggressivität der Rotationsmaschine, kleinere Pad-Durchmesser nehmen der Maschine etwas an „Schärfe“.


    Andererseits sorgt das Rotationsprinzip für eine beachtliche Wärmeentwicklung auf der Lackoberfläche. Zusammen mit der hohen Aggressivität erfordert die sichere Anwendung einer Rotationsmaschine ein hohes Maß an Erfahrung. In ungeübten Händen sind ernstzunehmende Lackschäden, oder zumindest heftige Hologrammbildungen möglich. Geübten Anwendern gelingt aber auch mit Rotationsmaschinen ein makelloses Finish auf allen Lackarten und Lackfarben.


    Bei der Exzentermaschine verhält es sich etwas anders.Ihr Bewegungsablauf ahmt den der Handpolitur nach. Dabei dreht sich das Pad nicht nur um eine feste Achse, sondern oszilliert zusätzlich regelmäßig. Dadurch wirkt die Exzentermaschine weniger aggressiv und benötigt mehr Zeit für einen mit der Rotationsmaschine vergleichbaren Lackabtrag. Die Wärmeentwicklung auf dem Lack ist geringer. Für den Großteil der alltäglichen Lackdefekte reicht die Exzentermaschine aus.


    Auf der Habenseite der Exzentermaschine stehen damit die einfachere Handhabung gegenüber der Rotationsmaschine und die auch in ungeübten Händen geringere Gefahr von Lackschädigungen. Dur den anderen Bewegungsablauf wird auch die Problematik der Hologrammbildung deutlich reduziert.


    Im Nachteil ist die Exzentermaschine wenn es auf zeiteffektives Arbeiten ankommt, da sie aufgrund Ihrer geringeren Abtragsleistung mehr Zeit für die Defektbeseitigung benötigt und bei der Verarbeitung hoch abrasiver Compounds an ihre Grenzen stößt. Im Gegensatz zur Rotationsmaschine lässt sich die Aggressivität der Exzentermaschine mit abnehmenden Polierschaum-Durchmessern steigern, während diese mit zunehmendem Pad-Durchmesser abnimmt.


    Fazit:


    Für die Mehrzahl aller Poliervorgänge ist die Exzentermaschine ausreichend und insbesondere für unerfahrene Maschinisten die bessere Wahl.


    Wer die Exzentermaschine nach einiger Zeit an ihre Grenzen geführt hat und häufig mit schlimmsten Lackzuständen konfrontiert wird, oder auf zeiteffektives Arbeiten Wert legt, der greift irgendwann zu einer Rotationsmaschine.